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850 Jahre Melle-Neuenkirchen

... ein besonderer Dorfkrug öffnet seine Pforten

Dorfkrug

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Die vielen, vielen Stunden der Arbeit im Verborgenen sind vorbei.
Ab heute präsentiert sich der neue Insingdorfer Dorfkrug stolz der Öffentlichkeit und lädt dabei zum gemütlichen Verweilen ein.

Ein normaler Dorfkrug? - Sicher nicht!!!
Bei dem neuen Dorftreffpunkt handelt es sich um eine ganz besondere Kneipe.

Anlässlich des Neuenkirchener Jubiläumsfests zum 850-jährigen Bestehen des Dorfes konkurrieren die einzelnen Gemarkungen in einem außerordentlichen Wettbewerb. Ein Gebilde ganz aus Stroh soll geschaffen und präsentiert werden. Entlang einer idyllischen Fahrradstrecke gelegen stellen sich die einzelnen Bauten anschließend der Abstimmung.

Die Insingdorfer Gemeinschaft hat sich für den Wettbewerb ein besonderes Gebäude ausgewählt: das Haus im Dorf, welches sowohl Seele als auch Seelen zusammen hält, wo oft mehr Politik gemacht wird als im Rathaus und wo Probleme und Problemchen jeder Art auf ganz vertraute Art und Weise aus der Welt geschaffen werden können: die Dorfkneipe!

In wochenlanger, detailverliebter Arbeit, zu der sich einige eifrige Ortsansässige immer wieder zusammengetroffen haben, ist so der neue Dorfkrug entstanden.
Ok, Bier vom Fass wird hier nicht serviert, aber es gibt so einige heilende Wässerchen gegen jegliche Gebrechen und auch dem Kartenspiel wird hier gerne und anhaltend gefrönt.

Ein mit fast 800 handgefertigten Docken gedecktes Dach, Giebelwände aus einzeln handgesteckten Ähren (selbstverständlich mit Jahreszahl, wie es sich gehört), wundervolle Girlanden in den unterschiedlichsten Getreidearten, Kneipenpersonal und trinkfreudige Gäste, die Vogelscheuche am Wegesrand zum Schutz der Sonnenblumen vor räuberischen Vögeln, Irminsul und Imkerkorb, die eifrig Mäuschen vertilgende Eule, eine reichhaltige Auswahl an Getränken und natürlich die übermannshohe Jubiläumszahl "850", aus Ähren gebunden, schmücken den Dorfkrug, der selbstredend auch über ein hölzernes Namensschild und eine ordentliche Theke verfügt.
Auf dem gemütlichen Schaukelstuhl hat das Kneipen-Haus-Schwein Platz genommen und die Besucher des Dorfkrugs ersehnen sich ordentliches Kartenglück.
Sollte einem der Gäste nach zu reichhaltigem Genuss der eigentlich ja heilenden Wässerchen dann doch mal ein wenig übel werden, so böte sich auch noch die sicherlich ungewöhnliche Möglichkeit ein wenig an der bunten Blumendeko zu knabbern.
Rainfarn soll früher schließlich auch schon Kühen mit Magenproblemen geholfen haben ;-)!

Ein großes Lob verdienen alle, die diesen einmaligen Dorfkrug mit viel Geduld, Ausdauer und Einsatz möglich gemacht haben!

Als geborene Insingdorferin wünsche ich dem Dorfkrug viele wohlwollende Gäste und eine guten Platzierung bei dem Wettbewerb!

Obwohl: Gewinnen können eigentlich nur alle! Denn die Grundidee, in ländlicher Gemeinschaft ein so besonderes Projekt auf die Beine zu stellen und mit solcher Bravour zu meistern, lässt wohl kaum Verlierer zu.

Astrid Kienker, 14. August 2010

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